Bundesländerindex Familienunternehmen
- Herausgeber
- Stiftung Familienunternehmen
- Veröffentlichung
- München, 2026
- Institut
- ZEW Mannheim
- Isbn
- ISBN: 978-3-948850-76-0
Der Bundesländerindex Familienunternehmen vergleicht die Standortqualitäten der deutschen Bundesländer aus der Perspektive von Familienunternehmen. Er blickt in das Innere des deutschen Föderalismus und will damit zur höheren Leistungstransparenz für die Bundesländer beitragen.
Wie berechnen die Forscher den Index?
Das Gesamtranking beruht auf fünf Subindizes: „Steuern“, „Arbeit und Humankapital“, „Finanzierung“, „Infrastruktur“ und „Institutionen“.
Der Subindex „Steuern“ berücksichtigt zum Beispiel die Gewerbesteuerhebesätze, die Besteuerung von Immobilien durch Grund- und Grunderwerbsteuer sowie die Qualität der Finanzverwaltung.
Der Subindex „Infrastruktur“ betrachtet die Teilindikatoren Transportinfrastruktur, Informations- und Kommunikationstechnik, Elektrizitätsversorgung und die wirtschaftsnahe Forschungsinfrastruktur. So ähnlich ist das Vorgehen bei jedem der Indizes, die zum Schluss gewichtet und aggregiert werden.

Wie schneiden die Länder ab?
An der Spitze des Flächenländer-Rankings stehen mit einem deutlichen Punktevorsprung die beiden Bundesländer Sachsen und Bayern. Dahinter folgt die Fünfergruppe Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen. Das untere Mittelfeld bilden Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Auf den hinteren Plätzen liegen das Saarland, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Im Vergleich der Stadtstaaten stehen Berlin und Hamburg mit ähnlichen Punktwerten an erster und zweiter Stelle. Bremen weist hingegen deutlich weniger attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen auf.
Wie verschafft man sich einen Überblick zu Stärken und Schwächen?
Die Studie bietet eine farbige Übersicht. Die Farbskala repräsentiert von dunkelrot über orange und gelb bis hin zu hell- und dunkelgrün eine zunehmend bessere relative Bewertung des jeweiligen Bundeslandes innerhalb des jeweiligen Subindex.
Während Sachsen bei der Finanzierung und beim Subindex „Arbeit & Humankapital“ sehr gute Ergebnisse erzielt und auch bei der Infrastruktur punkten kann, schneidet es bei Steuern und Institutionen eher durchschnittlich ab. Das zweitplatzierte Bayern überzeugt in fast allen Subindikatoren, kann jedoch bei der Infrastruktur nur ein eher durchschnittliches Ergebnis erzielen. Auch die Bundesländer in der Schlussgruppe verfügen mit vergleichsweise attraktiven steuerlichen Bedingungen über spezifische Stärken, mit denen sie Unternehmen für andere Standortnachteile ein Stück weit entschädigen können.

Wie wird die Zukunftsorientierung der Länderhaushalte gemessen?
Dabei macht sich die Analyse die Konzeption der „ZEW-Zukunftsquote“ zunutze. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass sich die Zukunftsorientierung eines Haushalts nicht nur an den Sachinvestitionen, sondern auch am Engagement für andere Zukunftsaufgaben wie Bildung, Forschung und Klimaschutz misst. In dieser Sonderanalyse werden daher neben der klassischen Investitionsquote auch zwei weiter gefasste Zukunftsquoten berechnet. Die Ergebnisse belegen größere Unterschiede in der Zukunftsorientierung der Länder. Bemerkenswert ist das starke Abschneiden einiger ostdeutscher Länder, allen voran Sachsen-Anhalt aber auch Thüringen und Sachsen.
Warum ist der Index wichtig für die Politik?
Gerade jetzt kann das Stärken-Schwächen-Profil des Bundesländerindex den Landtagen und Landesregierungen eine wichtige Orientierung liefern, wo sich den Ländern aufgrund der Einrichtung des Sondervermögens „Infrastruktur und Klimaneutralität” neue Finanzierungsmöglichkeiten bieten. Die Länder tragen hier eine große Verantwortung, da die Errichtungsgesetze zum Sondervermögen ihnen bei der Nutzung der zusätzlichen Bundesmittel weitgehend freie Hand geben. Insofern liegt es nun ganz in der Autonomie der Länder, die Mittel des Sondervermögens wirklich zur Verbesserung ihrer Standorte zu nutzen, statt sie zur Gegenfinanzierung stark steigender Sozialausgaben und damit ohne Zukunftswirkung zu verwenden.














